QUARANTINO

Die aktuelle Situation ist ungewöhnlich und neu. Plötzlich sind selbstverständliche Dinge nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich. Aber außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Warum es wichtig ist, sich an die Ausgangssperren etc. zu halten, erspare ich euch an der Stelle – das wisst ihr alle bereits.

Ich gebe euch lieber einen Einblick in das, was ich die letzte Zeit gemacht habe und gebe euch danach noch ein paar Tipps, Empfehlungen und Anregungen wie ihr eure Zeit in Quarantäne so angenehm wie möglich gestalten könnt.

An meiner Uni wurde vor ca. zwei Wochen beschlossen, dass die Vorlesungen bis auf weiteres online stattfinden. Arbeiten musste ich seit letzter Woche nur noch ca. 3-4 Stunden am Tag. Für die nächsten Tage bin ich erst einmal freigestellt, wegen eines potentiellen Corona-Fall´s an meinem Arbeitsplatz. Zusammen mit der zusätzlichen freien Zeit am Wochenende, die ich normalerweise mit Freunden, Familie etc. verbringe, hatte ich auf einmal sehr viel zusätzliche Zeit gewonnen. Zeit in der ich meine Website überarbeitet habe, Fotos aus vorangegangenen Shootings bearbeiten konnte, mein erstes Videoprojekt geschnitten habe und an weiteren Plänen und Projekten für die Zukunft arbeiten durfte.

Ich war aber nicht nur produktiv. Natürlich habe auch ich die ein oder andere Stunde vor Netflix oder irgendeinem Podcast verbracht. Das muss aber meiner Meinung nach auch manchmal sein. In der heutigen Zeit wird immer viel von Selbstoptimierung geredet. Man sollte sich aber auch mal die Zeit nehmen um ein wenig herunterzufahren. Sei es mit einem Buch, einer Serie, Musik, Podcast oder in der Natur. Ein paar Podcast sowie Film-/Serienempfehlungen findet ihr am Ende des Artikels.

Neben den genannten Dingen habe ich mich auch über Wissenspodcasts, Artikel etc. viel mit der ganzen Corona-Thematik auseinander gesetzt. Das kann ich euch prinzipiell auch empfehlen, allerdings solltet ihr dabei darauf achten, dass ihr das Ganze nicht zum Mittelpunkt macht. Die Lage ernst zu nehmen ist angebracht und richtig, aber eine permanente Auseinandersetzung mit der Thematik führt vermutlich leichter zu Panik und Panik ist nicht rational und hilft niemandem weiter.

Was ich euch stattdessen empfehlen kann sind folgende fünf Punkte:

  • Plant Reisen/ Erlebnisse nach der Quarantäne
    Aktuell wissen wir noch nicht, wie lange dieser Zustand in der Form anhält, konkrete Reisedaen sind also keine gute Idee. Aber: mit der Vorfreude auf eine schöne Reise im Kopf, lässt sich diese schwierige Zeit vielleicht etwas weniger schwer aushalten.
  • Probiert etwas Neues aus
    Ihr wolltet schon immer ein Buch schreiben, lernen wie man zeichnet oder Spanisch lernen?
    Jetzt habt ihr genug Zeit dafür.
  • Seid für andere da Ihr wohnt neben einer alten Frau oder einem alten Mann, die nicht mehr in der Lage sind selbst einkaufen zu gehen? Erledigt die Einkäufe für diesen Menschen. Die Leute werden euch unglaublich dankbar sein und ihr habt etwas sinnvolles getan.
  • Facetime oder andere Apps
    Nutzt Facetime oder vergleichbare Apps um gemeinsam mit euren Freunden irgendetwas zu machen. Seid kreativ. Ihr könnt vieles, was ihr sonst mit euren Freunden machen würdet auch online machen.
  • Kochen/ Backen Ihr wolltet schon immer irgendein aufwändiges Gericht ausprobieren, hattet aber bislang nie die Zeit dazu? Jetzt habt ihr sie. Die Zeit eignet sich auch hervorragend um mit Gerichten aus der veganen Küche zu experimentieren, falls ihr mit dieser bislang noch keine Berührungspunkte hattet.

Bevor ihr noch die Podcast und Film-/Serientipps von mir bekommt, habe ich hier noch ein paar Fotos für euch vom gestrigen Fun-Facetime-Quarantäne-Homeshooting mit Luisa. Die Qualität ist erwartungsgemäß nicht allzu gut, aber es war ein lustiges Shooting und zeigt euch vielleicht was man so mit der vielen Zeit anstellen kann.

Podcastempfehlungen der Woche:

Karriere:

Catch us if you can
von Benjamin Diedering und Norman Keutgen

Gesundheit:

Coronavirus – Doc Esser klärt auf
WDR Podcast

Netflixempfehlungen der Woche:

Dokumentation:

Die Erde bei Nacht

Drama:

Bad Banks

Stand-up-Comedy:

Pete Davidson: Alive From New York

TRAVEL STORY AUSTRALIEN

Wie ich bereits auf der About me page angeteased habe, war ich 2016 für gut ein halbes Jahr in Australien. Dieses halbe Jahr hat mir viel über mich gezeigt und dient auch vier Jahre später noch als Inspirationsquelle. Ich gebe euch nun einen kleinen Einblick in ein paar Momente, die äußerst prägnant in meinem Gedächtnis geblieben sind.

Ca. eine Woche nachdem ich in Australien ankam, bin ich von Darwin über Alice Springs nach Cairns geflogen um meine Reise entlang der Ostküste zu beginnen. Mein Start in Cairns war allerdings mäßig. Eine Woche zuvor war ich noch auf Bali und habe dort leider meine Kreditkarte verloren. Mein in Australien eingerichtetes Konto war zwar seit zwei Tagen startklar, allerdings war das Geld aufgrund der langen Bearbeitungszeit der deutschen Bank noch nicht angekommen.

Long story short: ich hatte in der ersten Nacht in Cairns nicht mehr genug Geld für ein Hostel und musste mir die Nacht um die Ohren schlagen, da das Geld am nächsten morgen erst auf meinem Konto sein sollte. Schwer bepackt mit einem großen Backpack und einem kleinen Rucksack sowie diversen Tüten lief ich dann also verzweifelt durch Cairns. Für Aussenstehende sah ich vermutlich aus wie ein Obdachloser.

Es dauerte nicht lange und ich wurde von einem älteren Herren, der auf mich wirkte wie ein Obdachloser, angesprochen. Der Grund aus dem er auf mich zukam war allerdings nicht, dass er Geld von mir wollte. Er stellte sich als „King of the Daintree rainforest“ vor. Wir haben gut eine halbe Stunde gesprochen. In dieser halben Stunde hat er mir dann auch gesagt, dass er mich angesprochen hat weil ich traurig und fertig aussah. Dieses Gespräch hat mich unfassbar positiv gestimmt. Ein Mann, der selbst nicht viel zum Leben hat und trotzdem so eine positive Energie ausstrahlt, voller Nächstenliebe ist und anderen Menschen hilft.

Das zweite prägende Erlebnis war nur wenige Tage später. Da ich zunächst keinen bezahlten Job in Australien fand, beschloss ich zunächst einmal als Volunteer in einem Reservat für Kangaroos und Wallabys zu arbeiten. Nicht nur weil ich dort für meine Arbeit „kostenlos“ wohnen und essen durfte, sondern in erster Linie weil ich immer schon einmal etwas ehrenamtliches mit Tieren machen wollte. Ich habe knapp 10 Tage in dem Reservat gearbeitet.

Diese 10 Tage waren unfassbar lang und anstrengend, aber auch wahnsinnig schön und inspierierend. Ich habe die Tiere gefüttert, mit ihnen gespielt und ihre ökologischen „Abfallprodukte“ entsorgt. Manche der Kangaroos haben auch eher mit mir gespielt, als ich mit ihnen. Ein männliches Exemplar, was ungefähr in meiner Größe war, hat mich beispielsweise des Öfteren mal getreten. Wahrscheinlich war er eifersüchtig, weil die junge Princess (süßestes Wallaby überhaupt) so viel Zeit mit mir verbracht hat.

Princess war noch ganz klein und wurde kürzlich erst von Daryl (ihm gehört das Reservat) gerettet. Da die Mutter von Princess leider gestorben ist, wurde Princess mit der Flasche – meistens von mir – gefüttert. Während ich sie mit der Flasche fütterte hielt ich sie in einem Stoffbeutel, der im Prinzip den Beutel der Mutter imitierte. Ich bin jetzt noch ultra glücklich, wenn ich daran zurück denke.

Princess

PRESETS

Jeder zweite Fotograf auf Instagram bewirbt und verkauft sie auf seiner Homepage. Die Rede ist von Presets. Was ein Preset ist und was ich davon halte, erfahrt ihr jetzt.

Als Preset (Lightroom) oder LUT (Photoshop/ Premiere) bezeichnet man eine Voreinstellung gewisser Parameter in dem jeweiligen Bildbearbeitungsprogramm. Dies betrifft in der Regel insbesondere die Farbgebung des Bildes. Es wird an der Luminanz, Sättigung oder auch an dem jeweiligen Farbton herumgeschraubt um einen gewissen Farblook zu erzeugen.

Orange teal

Ein Beispiel für einen besonders prägnanten sowie beliebten Farblook ist der „orange and teal“-Look. Diesen sieht man auch häufig in Filmproduktionen. Es handelt sich dabei um einen Komplementärlook bei dem die Farben so beeinflusst werden, dass die „orange and teal“-Töne besonders gut zur geltung kommen. Warum wir uns gerne Bilder in diesem colour grading anschauen liegt daran, dass wir diesen besonders häufig in der Natur zu Gesicht bekommen. Ein Sonnenuntergang am Meer sieht einfach ästhetisch aus.

Ein Preset alleine reicht nicht

Kommen wir zu meiner Meinung zu Presets. Vor ca. 2 Jahren als absoluter Lightroom/Photoshop-Anfänger war ich extrem dankbar für die Möglichkeit meinen Bildern innerhalb weniger Sekunden einen freshen Look zu verpassen. Heute sehe ich das etwas anders. Das wird insbesondere dadurch deutlich, dass die Fotos eben durch das Preset nicht direkt „fertig bearbeitet“ waren, auch wenn ich das zu diesem Zeitpunkt dachte. Grade bei Portraitfotos hatten die Hauttöne nichts mehr mit der Realität zu tun. Ich hätte definitiv noch an einigen Reglern Anpassungen vornehmen müssen, aber ich wusste es zu diesem Zeitpunkt einfach nicht besser. Wenn man die entsprechenden Anpassungen vornimmt hat man durchaus je nach Preset einen mehr oder weniger geilen Look.

Das führt uns allerdings zu einem anderen Negativpunkt der Presets und zwar der fehlenden künstlerischen Individualität. Zu einem guten Foto gehört meiner Meinung nach auch eine solide Bildbearbeitung. Wenn man diesen Part jemand anderem überlässt, dann geht für mich ein Stück der Kunst verloren und man empfindet für das Endergebnis eine andere Wertschätzung. Zudem begünstigt das gewisse Trends auf Instagram, bei denen plötzlich jedes zweite Foto gleich aussieht.

Sind Presets also per se nicht zu empfehlen?

Natürlich kann man das so nicht sagen, grade für Anfänger können sie auch sinnvoll sein. Oder für Menschen, die sich für Fotografie interessieren, aber absolut keine Lust haben sich in die Bildbearbeitung hereinzuarbeiten.

Fazit

Wenn dich ein gewisser Farblook interessiert, versuche am besten ihn selbst zu bauen. Grade am Anfang von Lightroom oder Photoshop wird dir das aber vermutlich nicht zu hundert Prozent gelingen. Aber wozu gibt es YouTube? Dort hast du die Möglichkeit dir Tutorials zu jedem erdenklichen Farblook anzuschauen. Das hilft dir definitiv dabei auch eigene Looks zu kreieren.

Und wenn du einen Look erstellt hast, der dir gefällt: Speichere ihn als dein eigenes Preset.

Hier hast du zum Schluss noch drei Empfehlungen zu guten Tutorials auf YouTube:

WIGGLEGRAM

Stereoskopische GIF’s, oft Wigglegram genannt sind kurze Bewegtbild-Loops welche ursprünglich analog durch eine Kamera mit mehreren Linsen erzeugt wurden.
So gibt es etwa die Nimslo 3D (drei Linsen) oder auch die Nishika N800(vier Linsen), welche sich beide heute noch großer Beliebtheit erfreuen. Grade durch Social Media erlebte diese Art der analogen Kameras einen regelrechten Hype.

Das Problem: die Kameras sind aus den 80er/90er Jahren und werden heute nicht mehr hergestellt. Wer sich die Kamera gebraucht in gutem Zustand kaufen will, zahlt dafür meist über 300 EUR. Ein amerikanisches Start up erkannte letztes Jahr das Potential und brachte eine neue, analoge Kamera mit drei Linsen auf den Markt. Die Reto 3D.


Bei den Vintage-Kameras mit mehreren Linsen drückt man den Auslöser und der Moment wird aus drei, bzw. vier leicht verschiedenen Blickwinkeln festgehalten. Nach der Entwicklung des Films muss man die Bilder lediglich in Photoshop übereinander legen, auf einen Punkt ausrichten, eine FrameAnimation erstellen und die einzelnen Ebenen nacheinander sichtbar machen.


Man kann den Effekt allerdings auch mit einer herkömmlichen digitalen Kamera imitieren. Wie ihr das macht, seht ihr im folgenden Video von KOMP/LIZEN. Dort bekommt ihr auch nochmal im Detail beschrieben, wie ihr eure GIF’s in Photoshop bearbeitet und rausrendert.